Portugiesische Rebsorten erklärt: Touriga Nacional, Alvarinho & Co.
4. Juli 2026

Portugal ist ein Unikat der Weinwelt: Auf einer Fläche kleiner als Bayern wachsen über 250 autochthone Rebsorten – Reben, die es fast nirgendwo sonst gibt. Wer portugiesischen Wein trinkt, schmeckt deshalb etwas, das kein Cabernet und kein Chardonnay dieser Welt nachahmen kann. Hier sind die wichtigsten Sorten, denen Sie in unserem Sortiment begegnen.
Die großen roten Rebsorten
Touriga Nacional – der König des Douro
Die wohl edelste rote Rebsorte Portugals stammt aus dem Douro-Tal und dem Dão. Kleine Beeren, dicke Schalen, geringe Erträge – dafür Weine mit tiefdunkler Farbe, Aromen von schwarzen Beeren, Veilchen und Bergamotte, kräftigen Tanninen und großem Reifepotenzial. Touriga Nacional ist das Rückgrat vieler großer Rotweine und fast jedes hochwertigen Portweins.
Touriga Franca & Tinta Roriz
Die beiden häufigsten Partner der Touriga Nacional in Cuvées: Touriga Franca bringt Frucht, Blumigkeit und weiche Tannine; Tinta Roriz (in Spanien als Tempranillo bekannt) sorgt für Struktur, Kirschfrucht und Würze. Zusammen ergeben sie die klassische Douro-Cuvée.
Trincadeira & Aragonez – die Seele des Alentejo
Im heißen, weiten Alentejo entstehen aus Trincadeira und Aragonez weiche, warme, samtige Rotweine mit reifer Pflaumenfrucht und Kräuterwürze – die vielleicht zugänglichsten Rotweine Portugals und ideal für den Einstieg.
Baga – der Charakterkopf aus Bairrada
Die Baga aus der Region Bairrada ist Portugals Antwort auf Nebbiolo: helle Farbe, hohe Säure, feste Tannine, Aromen von Sauerkirsche und Waldboden. Jung fordernd, gereift großartig – und ein hervorragender Essensbegleiter.
Die großen weißen Rebsorten
Alvarinho – Mineralität vom Atlantik
Die Paradesorte des Vinho Verde (in Spanien: Albariño). Alvarinho liefert straffe, mineralische Weißweine mit Zitrus, Pfirsich und salziger Frische – perfekt zu Fisch und Meeresfrüchten. Unsere Weißweine aus dem Norden zeigen die Sorte in Bestform.
Arinto – die Säure-Königin
Arinto behält selbst in heißen Lagen ihre lebendige Säure und bringt Noten von grünem Apfel und Limette. In Lissabon und im Tejo entstehen daraus knackig-frische Sommerweine, in Cuvées gibt sie das Rückgrat.
Fernão Pires & Encruzado
Fernão Pires ist Portugals meistangebaute weiße Sorte: aromatisch, blumig, leicht zugänglich. Encruzado aus dem Dão gilt als Portugals größte Weißwein-Hoffnung – cremig, nussig, mit burgundischem Format.
Warum „autochthon" ein Qualitätsversprechen ist
Autochthone Sorten sind über Jahrhunderte an ihr Terroir angepasst: an Schiefer im Douro, Granit im Dão, Atlantikwind im Vinho Verde. Das Ergebnis sind Weine mit Herkunftscharakter statt internationaler Beliebigkeit – und oft zu Preisen, für die man anderswo nur Standardware bekommt.
Tipp: Probieren Sie sich quer durch die Regionen – unsere Regionen-Übersicht zeigt, welches Weingut wofür steht. Oder starten Sie direkt bei unseren portugiesischen Weinen.